WACHSTUMSPHASE_Sommer 2013

Wachstumspahse_urban gardening in der Tabakfabrik Linz.Im Jänner 2013 veranstaltete die ARGE die Fabrikanten / Kepler Salon / schwemmland / urbanfarm das zweitägige Symposium WACHSTUMSPHASE, das in den Räumlichkeiten der Linzer Tabakfabrik stattfand. Alles drehte sich dabei um das Phänomen Gemeinschaftsgarten – von einer bewussten Ernährungspolitik hin bis zu den sozialen Bereicherungen des nachbarschaftlichen Gärtnerns. Mit diversen Vorträgen und Diskussionen wurde das Thema aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und durchdacht. Nachdem in diesen Tagen viel Theorie ausgetauscht und angesammelt werden konnte, bot die Tabakfabrik Linz den OrganisatorInnen der Wachstumsphase schließlich an, diese mit Frühlingsbeginn direkt am Gelände der Tabakwerke in die Praxis umzusetzen.
Erste Treffen dafür wurden organisiert, erste Pläne wurden geschmiedet und dann wurde das Projekt auch noch mit dem Interkulturpreis der Stadt Linz honoriert und unterstützt.
Schwerpunkt des neu entstehenden Gemeinschaftsgarten in der Tabakfabrik/Ludlgasse sollte der Aspekt Interkultur sein. Von Anfang an stellten die Integration möglichst unterschiedlicher Menschen und Menschengruppen ein zentrales Thema da, getragen von dem Gedanken, den Garten als einen Raum für Begegnung, Kommunikation und Gemeinschaft zu sehen.Mohammad Ullah aus Afghanistan.

Immer mehr interessierte Menschen fanden im März und April zu den Treffen, in denen das Anlegen und die Form des neuen Gartens diskutiert und Aufgaben und Gruppen eingeteilt wurden.Wachstumspahse_urban gardening in der Tabakfabrik Linz.

Wie bei jedem neu entstehenden Projekt hatten die Menschen auch hier anfänglich mit einigen Hürden und Verzögerungen zu kämpfen – die größte dabei sicher das negativ ausfallenden Ergebnis der Bodenproben des vorgesehenen Rasenstreifens, der sich immerhin im alten Industriegelände von Linz befindet. Als das Ergebnis jener Untersuchung größere Schwermetallbelastungen ergab, gingen die GartlerInnen sofort dazu über, in Form von Hochbeeten weiterzudenken, für die alte Holzpaletten und eine Menge an unbelasteter Gartenerde herbeigeschafft werden musste. Der organisatorische Aufwand war kein kleiner, doch als die ersten Hochbeete errichtet und schließlich bepflanzt waren, ließ sich der Erfolg des Projekts nicht mehr bremsen.
Wachstumspahse_urban gardening in der Tabakfabrik Linz. Sabri Opak.

Engagierte Personen aus diversen Organisationen wir dem BFI, migrare, und anderen Vereinen und NGOs brachten viele neue Menschen in den Gemeinschaftsgarten, und so entstanden ein neues Beet ums andere, gemeinsam errichtet und bepflanzt. Immer mehr konnte sich auch der Grundsatz der Interkultur hier in die Praxis umsetzen: Menschen unterschiedlichster Herkunft und Kultur engagierten sich im neuen Garten, darunter Flüchtlinge und Asylwerber neben Familien, die schon über mehrere Generationen hinweg in Linz leben und Linzerinnen und Linzern aus der direkten Nachbarschaft.

Hier werden nicht nur Pflanzen ganz unterschiedlicher Herkunft kultiviert, sondern auch in den verschiedenen Landessprachen der TeilnehmerInnen beschriftet und ausgezeichnet; auf Sitzbänken werden hier jede Woche Deutschkurse, in denen das Garteln im praktischen und im wörtlichen Sinne im Mittelpunkt steht, angeboten. Nicht zuletzt lernen sich hier neue Menschen kennen, die sich miteinander austauschen, voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen können – und das sogar über das Gartenprojekt hinaus.
Im Juli wurde bereits ein großes gemeinsames Fest im Hof der Tabakfabrik gefeiert, im September wird es eine weitere Grillerei geben. Und inzwischen wächst der Garten an seinen Pflanzen und an seinen Menschen jeden Tag ein Stück weiter.

Von Anfang an voll Idealismus und Eifer arbeitet Hannes Maier, Obmann des Vereines, der den neuen Gemeinschaftsgarten betreibt, unermüdlich an der Organisation, hilft mit, wenn es um die Errichtung neuer Beete geht und steht den einzelnen TeilnehmerInnen immer mit gutem Rat zur Seite.

Von Sabri Opak, Mitarbeiter am BFI Linz, wurde die Idee zu einem wöchtentlichen Deutschkurs direkt vor Ort im Garten geboren, der Menschen mit Migrationshintergrund beim Gemeinschaftsgarteln gleichzeitig beim Erlernen der neuen Sprache unterstützen soll. Praktische Dinge vor Ort beim Namen zu nennen – wie hier auf Tischen und Bänken am Rasen – macht nicht nur mehr Spaß, sondern prägt sich auch gleich viel besser ins Gedächtnis ein.
Wachstumspahse_urban gardening in der Tabakfabrik Linz.

Marie Edwige Hartig, Grüne Gemeinderätin in Linz, unterstützt das Projekt Wachstumsphase auch bereits von Beginn an. Ihr ist es wichtig, dass hier alle Menschen die gleiche Chance bekommen, sich mit Freude in die neue Gemeinschaft einbringen zu können.

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Video_2°. MEETING- Intercultural Communitygarden Tabakfabrik Linz

2°. MEETING- Intercultural Communitygarden Tabakfabrik Linz am 15.März 2013.
Inhalte des Treffens:
* Besichtigung Garten,   Vorschlag Beetkonzept von Christoph Wiesmayr.
Modulbeet, Struktur, Beetgröße, Logistisches…
* Kurze Vorstellrunde der Neuen im KINO, TFL
* Vorstellung Richard Mahringer, Permakulturist
unterstützt uns in Fachfragen, rund um den nachhaltigen Gartenbau.
* Neues zur Bodenprobe
* Neues zur Vereinsgründung
* Interkulturelles
* what to do next?
Gruppenbildung und Zughörigkeiten;
-Beetmaterial sammeln, ( Palettenbeet, In der Umgebung gibt es viele Materialquellen,
-Beetebau ( es besteht die Möglichkeit die Holzwerkstatt in der TFL zu nützten wenn jmd. fachlich versiert ist kann diese durch Anmeldung für den Garten benützt werden)
-Verein,
-Pflanzenorganisation,
-Erdeorganisation,
-Gartengeräte
* Bienen? Der Verein Linzerbiene stellt sich vor.
* Aussaat, div. Samen, Behälter (Toilettenrollen, Eierkartons.. + und Untersetzer, alte Keksdosen… mitbringen,
(im Anhang pdf-files als Überblick was wann, gesät, gepflanzt werden kann, soll)
Bioerde zum Samensetzen stellt die Organisation zu Verfügung.